Es werde Licht: Die POP lite B62 im Test

1000 Lumen machen jeden Nightride zur Tagesfahrt

(07.05.2013) Seit März 2012 nutzen der stellv. Vorsitzende des Radsportbezirks Krefeld Reiner Schneider und seine Frau, Jugendleiterin Ruth Schneider, für Nachtfahrten, Brevets und MTB-Nightrides das Modell B60 der Solinger Firma POP lite GmbH.

 

Jetzt stellte uns das POP lite Team um Yvonne und Oliver Forte das Nachfolgemodell B62 für einen Produkttest zu Verfügung und wir unterzogen dieser 1000 Lumen Leuchte einen schon etwas härteren Test.

 

Die Firma POP lite GmbH wurde 2010 gegründet, kann Dank ihrer Mitarbeiter aber auf einen über 75jährigen Erfahrungsschatz im Bereich LED Taschenlampen, Vertrieb, Marketing, E-Commerce und Finanzen zurückgreifen. Das merkt man im sehr freundlichen aber dennoch fachlichen Kontakt mit den Firmengründern.

 

Rein sachlich nennt sich das Modell B62 "Fokussierbare LED-Fahrradlampe mit 1000 Lumen".

 

Die technischen Daten (Herstellerangaben):

LED: Cree XM-L T6, weiß

max. Leuchtstärke: 1000 Lumen

max. Leuchtweite: 1000 Meter

max. Leuchtdauer: 12 Stunden (3,5 Stunden bei hellster Stufe)

Wasserdichtigkeit: IP X6/8

Gehäusematerial: Aluminiumlegierung

Schalter-Funktion: An/Aus, 3-Mode-Switch (100 % - 30 % - Blinklicht) mit farblicher LED-Akkuanzeige

Stromquelle: Akkus, 4x Li-Ionen 18650

Akku-Ladezeit: 3 bis 3,5 Stunden

Größe Länge: 4,9 cm / Durchmesser: 4,5 cm

Gewicht: 105 g (ohne Akku)

Bereit zum auspacken: Umfangreiches Paket aus Solingen.

Im stabilen Klappkarton ist der Lieferumfang Vollständig und Einsatzbereit. Es müssen nicht erst noch Akkus, Taschen oder Halterungen dazugekauft werden. Wir finden die B62 LED-Fronleuchte, das stabile Akkupack, ein Spiral-Verlängerungskabel, eine Nylon-Akkutasche mit Klettverschluss, das Ladegerät, die Lenkerhalterung, eine spezielle Gurthalterung mit Klettriemen die auch als Helmhalterung dient, sowie die Deutsche Bedienungsanleitung. Kurzer Einschalttest: Akku geladen, Lampe startklar.

 

Leider war bei unserem Modell jedoch die genietete Lenkerhalterung defekt und lag nur in Einzelteilen im Karton. Offensichtlich ein Produktionsfehler, der bei der Endkontrolle nicht bemerkt wurde. Ein Telefonat mit Frau Forte in Solingen genügte und bereits am anderen Tag lag Ersatz im Briefkasten.

 

Das Bedienkonzept der B62 ist narrensicher. Akku anstecken, Lampe einschalten, fertig. Beim ersten Einschalten hat die Lampe volle 1000 Lumen Leuchtstärke und macht die Nacht tatsächlich zum Tage. Unglaublich Hell! Drückt man ein zweites Mal auf den AN/AUS-Schalter wird das Licht gedimmt (und reicht damit, nach unserer Auffassung, für fast alle Nachtfahrten völlig aus!), beim dritten drücken schaltet die Lampe in Blinkmodus (Notsignal) und beim vierten drücken ist sie wieder aus.

 

Der Akkupack wird in seine mitgelieferte Nylontasche gepackt und mittels Klett am Fahrradrahmen befestigt. Alternativ bietet sich auch die Möglichkeit an, diesen in einen Trinkflaschen-Schraubbehälter zu packen (Loch in den Schraubdeckel für das Kabel bohren). Der Hersteller nannte beim Vorgängermodell noch den Transport des Akkus im Rucksack oder der Jackentasche, ersteres ist sicherlich bei Helmmontage eine nützliche Alternative.

 

Das besondere an der B62 zu ihrer Vorgängerin B60 ist die Möglichkeit der Fokussierung! Dazu lässt sich der Vorderteil der Lampe, ähnlich einem Kameraobjektiv, heraus- bzw. hereinschieben. Aus einem stark Punktuellem wird dann ein breites Streulicht. Besonders auf absolut dunklen Singletrails im Wald ist diese Fokussierung ein erstaunliches Hilfsmittel beim ausleuchten der Strecke. Wird auf Straße und Radweg der Punktstrahl ausreichen, geht es beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (Rennrad) oder durch den Landschaftspark Duisburg (MTB) hervorragend mit der breiten Ausleuchtung der Strecke.

 

Da wir im Vorfeld die Leuchtstärke der B60 (welche ebenfalls 1000 Lumen bietet) sehr schätzen lernten, so bringt die B62 mit der fokussierbaren Leuchtlinse uns nun neue Vorteile im Einsatz.

 

Da die Lampe äußerst warm wird, ist das sehr stabile Gehäuse mit Kühlrippen versehen. Bei einer Temperatur von +65 Grad schaltet die Lampe von selbst in den Dimm-Modus (zweite Helligkeitsstufe). Im Stand sollte die Lampe mindestens gedimmt, besser ausgeschaltet werden. Bei der Fahrt kühlt der Fahrtwind die Lampe entsprechend ab. Daher konnten wir auch keinen "angeschaltet liegen lassen" Dauertest machen, um die angegebene maximale Leuchtdauer zu kontrollieren. Bei unseren Brevet-Nachtfahrten hat die Lampe aber volle 6 bis 8 Stunden Dauerbetrieb im gedimmten Modus ohne schwächerwerden der Leuchtstärke durchgehalten. Auch in diesem langen und kalten Winter zeigten sich keinerlei Probleme. Weder gab es Kontaktschwierigkeiten bei den Kabelverbindungen (hatten wir beim Vorgängermodell B60), noch gab es irgendwelche Ausfälle anderer Art.

 

Einziges Manko scheint uns die Lenkerhalterung zu sein. Diese ist der Fokussierbarkeit der B62 geschuldet; Die B60 wird einfach und simpel mit einem stabilem Gummiring am Lenker befestigt! Dieser Centartikel lässt sich auch im Ausland (Reiseradler) ohne Probleme durch ein Ersatzgummi ersetzen. Bei der B62 ist diese einfache, praktische und stabile Befestigung nicht möglich, da der vordere Teil der Lampe fokussierbar bleiben muss. Hier sollte der Hersteller in irgendeiner Form nach einer alternativen Lenkerhalterung suchen!

 

Die Lampe macht einen fast unverwüstlichen Eindruck. Einen Sturztest konnten wir, zum Glück, vermeiden. Anzumerken ist, das die Lampe für den Einsatz als Fahrradbeleuchtung in Deutschland im Straßenverkehr nicht zugelassen ist! Auf der gesperrten (Nacht)-Rennstrecke gelten natürlich andere Bestimmungen. Ebenso im Ausland; Hier Bitte vor der Nutzung die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen studieren.

 

Die unverbindliche Preisempfehlung der B62 beträgt 249,95 EURO. Die Lampe ist ab Lager Solingen i.d.R. sofort verfügbar. Hier geht es zur Homepage des Herstellers.

 

Unser Fazit: Uneingeschränkt empfehlenswert! Auch wenn der recht hohe Preis erst einmal etwas abschreckend wirkt, wird dieser beim Einsatz der Lampe schnell in Vergessenheit geraten. Die Modelle anderer Hersteller, welche wir vorher im Einsatz hatten, konnten bei weitem nicht mit der Qualität, Verarbeitung und Leuchtstärke der POP lite Modelle mithalten. Und es muss nicht unbedingt ein 600km Brevet durch die Nacht, oder ein hartes 24-Stunden-Mountainbike-Rennen im Landschaftspark Duisburg sein. Selbst bei einer nur wenige Stunden dauernden Nachtfahrt ist man mit der Lichtausbeute einfach sicherer unterwegs. Sehen und gesehen werden; Bei der POP lite kann man das wörtlich nehmen.

 

Text und Fotos: (c) Reiner Schneider

Im Lieferumfang ist an alle Einsatzzwecke gedacht.